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Neuer CoVID19 Fall in Traiskirchen: Es ist noch nicht vorbei!

Update: Das Massenscreening von annähernd 700 Personen (AsylwerberInnen und MitarbeiterInnen) hat ergeben, dass KEIN weiterer Coronafall vorliegt.

 

Während sich das Leben in Österreich langsam wieder in Richtung Normalität entwickelt, müssen unsere SozialarbeiterInnen in den Betreuungseinrichtungen weiterhin die Einhaltung der social-distancing Regeln und der Maskenpflicht sicherstellen. Keine leichte Aufgabe in der allgemeinen Aufbruchstimmung. Der gestern in unserer Betreuungseinrichtung in Traiskirchen aufgetretene Fall einer neuerlichen Corona-Infektion zeigt uns leider deutlich: Es ist noch nicht vorbei! An jedem Tag können neue Fälle auftreten und sich insbesondere in allen Gemeinschaftsunterkünften wie Flüchtlings- oder Altersheimen schnell ausbreiten.

 

Alles was man dagegen tun kann, wird getan! So haben wir nach wie vor

  • in allen Einrichtungen eigene Trakte, Stockwerke oder ganze Gebäude für die Absonderung aller Personen reserviert, die Symptome zeigen. 
  • Bis zum Eintreffen negativer Testergebnisse werden auch diesen Menschen nahestehende Personen (Familie, Zimmermitbewohner) in eigene Bereiche übersiedelt. 
  • Beim Betreten jeder Einrichtung wird vom Torposten Fieber gemessen.
  • Unsere Arztstationen mit Ärzten und medizinischem Fachpersonal untersuchen jeden Verdachtsfall und sind in engem Austausch mit den Gesundheitsbehörden. 
  • Wenn ein positiver Coronafall auftritt, erstellen wir mithilfe von Dolmetschern sofort ein umfangreiches Kontaktprofil der betroffenen Person, um den Behörden wirksames Containment zu ermöglichen.
  • Die Essenszeiten wurden ausgeweitet und der Zugang zu den Speisesälen unserer Betreuungseinrichtungen erfolgt gestaffelt, sodass das Einhalten der Abstandsregeln auch beim Essen möglich ist. 
  • Beim Verlassen des Zimmers gilt auf dem gesamten Areal aller Einrichtungen eine umfassende Maskenpflicht für AsylwerberInnen und MitarbeiterInnen.
  • Die bestehende Schutzausrüstung für Asylsuchende besteht aus Masken, die flächendeckend und in ausreichender Anzahl allen Asylsuchenden zur Verfügung stehen. Das Betreuungspersonal wurde mit Gesichtsvisieren ausgestattet und MitarbeiterInnen in den Arztstationen und Isolierbereichen verwenden zusätzlich noch FFP2-Schutzmasken und Schutzanzüge.
  • Die AsylwerberInnen werden von unseren SozialarbeiterInnen laufend, intensiv und individuell über die Gefahren des Coronavirus aufgeklärt und zur Befolgung der Abstands- und Hygieneregeln angehalten. Dies stellt momentan eine besondere Herausforderung dar, weil dadurch das üblicherweise gesellig gefeierte Fastenbrechen im laufenden Ramadan stark eingeschränkt wird.
  • Unsere PsychologInnen leisten mehrsprachige Hilfe und bekämpfen die Verunsicherung, die viele AsylwerberInnen verständlicherweise verspüren. 
  • Um größeres Verständnis und bessere Mitwirkung unter den AsylwerberInnen zu erreichen, haben wir Informationsvideos in 11 Sprachen produziert und inzwischen 5 Ausgaben der "Corona Updates", einem gedruckten Informationsblatt mit aktuellen Entwicklungen und Hinweisen zu "fake news", in den 7 gängigsten Sprachen verteilt. Darüber hinaus sind alle Verhaltensregeln mit Piktogrammen und kurzen Erläuterungen ebenfalls in diesen Sprachen plakatiert. 
  • Die Sanitärbereiche sind natürlich in hygienisch einwandfreiem Zustand und nicht erst seit der Coronakrise selbstverständlich immer mit Desinfektionsmittelspender ausgestattet. Desinfektionsmittel stehen zusätzlich an allen Knotenpunkten in den Einrichtungen zur Verfügung. (Diese Klarstellung sollte eigentlich nicht notwendig sein, diverse Falschnachrichten in mehreren Tageszeitungen zwingen uns aber leider dazu.)

All diese Maßnahmen haben dazu beigetragen, dass bislang in unseren Betreuungseinrichtungen in ganz Österreich nur 14 Personen positiv auf den Coronavirus getestet wurden. Die gemeinsam mit der Gesundheitsbehörde entworfenen Maßnahmen haben dazu beigetragen, die weitere Ausbreitung des Virus zu reduzieren. Einerseits kann aber niemand die permanente Einhaltung der Verhaltensregeln durch hunderte Personen garantieren und andererseits verläuft die Infektion sehr oft ohne Symptome, deshalb sind wir (und waren wir auch immer) für den Ernstfall gerüstet.

 

Das von der Behörde angekündigte Screening wird wesentlich dazu beitragen, die Cluster-Forschung zu unterstützen und weitere Kenntnisse über das Ausmaß der Infizierten ohne Symptome in unserem Arbeits- und Lebensumfeld zu erhalten.

 

In den vergangenen zwei Monaten haben wir bereits gezeigt, dass wir die Versorgung und Betreuung unserer KlientInnen auch unter den erschwerten Bedingungen einer Quarantäne aufrecht erhalten können. Wir hoffen für die betroffenen AsylwerberInnen und unsere MitarbeiterInnen in Traiskirchen, dass es dieses Mal nicht so lange dauern wird.